Ein gutes Selbstbewusstsein ist der beste Schutz gegen Stress, Fehler und eine negative Stimmung. Hier erfahrt Ihr, wie ein gutes Selbstbewusstsein Eure Wirkung auf Andere beeinflusst.

Ich beginne den Artikel mit einem meiner Lieblingsgedichte. Der originale Titel ist „Thinking“, ich kenne es unter „the Victor“.

The Victor

If you think you are beaten, you are
If you think you dare not, you won’t,
If you like to win, but don’t think you can
It’s almost a cinch you won’t

If you think you’ll lose, you’re lost
For out in the world you’ll find,
Success begins with a fellow’s will
It’s all in a state of mind

For many a game is lost
Ere even a play is run,
And many a coward fails
Ere even his work is begun

Think big and your deeds will grow
Think small and you’ll fall behind
Think that you can and you will
It’s all a state of mind

If you think you are out-classed, your are
You’ve got to think high to rise
You’ve got to be sure of yourself before
You can ever win a prize

Life battles don’t always go
To the stronger or faster man
But sooner or later, the man who wins
Is the fellow who thinks he can

Walter D. Wintle

Es fasst auf ganz wunderbare Art zusammen wer unsere mächtigster Verbündeter und unser größtes Hindernis auf dem Weg zu jedwedem Erfolg ist: Wir selbst. Und vor allem: Das, was wir über uns denken.

Was wir von uns denken formt das was andere von uns denken

Unsere Gedanken begleiten uns Tag für Tag, rund um die Uhr. Wir können sie nicht einfach so abstellen und oft genug nerven sie uns mit Themen, die an uns nagen.
Zweifel an uns und unseren Taten begleiten viele Menschen. Sieht das gut aus? War das zu frech? Was hat er damit gemeint? War das blöd?

Ich kenne diese Zweifel gut. Ein typischer Fall sind hier Fotos: Ich bin der Meinung irgendetwas Schreckliches mit meinem Gesicht zu machen, mein Freund sieht das Foto und macht mir ein Kompliment. Inzwischen bin ich mir recht sicher, dass er mich nicht bloß veräppeln will – das, was für mich ein Grund wäre ein Bild nie zu veröffentlichen, sieht er gar nicht. Mein Problem existiert in seiner Welt einfach nicht.

Auf dieses Phänomen trifft man im Alltag ständig. Wir sind den ganzen Tag unsicher mit irgendetwas – bis uns auffällt, dass das außer uns niemanden schert.

Oft sehen wir Fallen, wo gar keine sind. Gerade unsere eigenen Ansprüche spielen uns hier oft Streiche. Aber niemand sieht, ob wir uns mit der Kleiderwahl unsicher sind. Oder ob da das erste graue Haar im Bart steckt. Niemand sieht das – solange wir es nicht sehen.

Um andere darauf hinzuweisen, dass etwas nicht stimmen könnte, müssen wir nichts weiter tun, als uns die ganze Zeit über Gedanken darum zu machen. Egal, ob das nun ein Fleck auf dem T-Shirt oder ein Riss in der Hose ist.
Und genau so einfach ist es, andere darüber hinweg sehen zu lassen.

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Was siehst Du? Gummistiefel und kurze Hosen oder eine stolze Lara mit ihrem tollen Hund? Foto von Manfred Kuhlmann

Noch ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Ich habe bunte Haare, dazu einen Sidecut und eine Vorliebe dafür, meine Kleidung zu tragen, bis sie wirklich auseinanderfällt. Besonders letzteres sieht zugegebenermaßen nicht immer elegant aus. Ich mag es aber so und fühle mich wohl damit.

Und egal, ob ich in ein Gespräch über die sinnvollste Abendplanung in Hannover gerate oder älteren Damen Tipps zur Brötchenwahl bei meinem Lieblings-Bahnhofsbäcker gebe – meine eher unübliche Optik schränkt mich und meine -vom Gegenüber gefühlte- Kompetenz in diesen Dingen nicht ein. Wieso?

Weil ich mich selbst als kompetent einschätze. Weil ich nicht denke, dass mein Aussehen oder meine Kleidung mich einschränken. Und vielleicht auch, weil ich Gespräche gern mit einem Lächeln beginne.

Aber der Kern der Sache ist dieser: Ich traue mir zu, einen sinnvollen Ratschlag zu geben. Durch mein Vertrauen in mich, können sich auch andere darauf einlassen, mich als vertrauenswürdig und fähig wahrzunehmen.

In meinem Leben als Bunthaarmensch (inzwischen stolze 4 Jahre) habe ich nur sehr selten negative Reaktionen aufgrund meines Aussehens bekommen.

Auf der anderen Seite habe ich schon sehr oft, und von den unterschiedlichsten Menschen, ein positives soziales Feedback bekommen – unabhängig von meinen Haaren und Klamotten.
Dass die positiven Reaktionen deutlich überwiegen, führe ich nicht darauf zurück, dass sich heutzutage niemand mehr an bunten Haaren oder löchrigen Pullis stört. Es liegt an mir – und daran, wie ich die Welt und mich sehe.

Und genau das kannst Du auch.

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Nicht das Aussehen bestimmt Deine Wirkung, sondern vor allem Deine Haltung. Foto von Sabine Popa

Und was hat das mit meinem Hund zu tun?

Unsere Hunde sind Meister darin, uns zu lesen. Sie wissen genau wie wir uns fühlen – und handeln dementsprechend anders.
Wir kennen dieses Phänomen unter dem Begriff der Stimmungsübertragung.

Sie führt dazu das Hunde in Situationen, die für sie unangenehm sind, besser zurecht kommen wenn ihre Menschen sich unbeschwert und sicher fühlen. Und andersherum auch ein Mensch, der Unbehagen verspürt, von der Selbstsicherheit seines Hundes profitieren kann.

Die Stimmungsübertragung ist eine Straße die in beide Richtungen befahren werden kann. Über sie können wir dem Hund sowohl Angst und Ärger, als auch Sicherheit und Glück ganz unbewusst vermitteln.

Gerade für unsichere Hunde ist ein selbstbewusster, sich in seiner Umwelt gut zurecht findender Mensch deshalb Gold wert. Viele schwierige Situationen lassen sich bereits durch ein zufriedenes, freundliches und selbstsicheres Auftreten verhindern oder zumindest deeskalieren.

Auf dieselbe Weise kann die Stimmungsübertragung eines ängstlichen Halters auf seinen bereits angespannten Hund eine Situation auch kippen lassen.
Um das zu vermeiden lohnt es sich, gute Laune und ein gutes Selbstvertrauen aufzubauen.
Auch für uns ist es reizvoll, uns mit Menschen zu umgeben die uns Sicherheit vermitteln können.

Es lohnt sich, für den eigenen Hund zu so einem Menschen zu werden.

Im zweiten Teil dieser Artikelserie erfährst Du, wie Du Dein Selbstbewusstsein stärken kannst.
Der dritte Teil erklärt, wie Du Deinem Hund helfen kannst, Selbstbewusstsein aufzubauen.

Quellen
Thinking, Wikipedia, abgerufen am 25.05.2018
Auch bei Stress: Wie der Herr, so’s Gescherr, aabgerufen am 29.05.2018
Der Spiegel am anderen Ende der Leine, abgerufen am 29.05.2018
Stimmungsübertragung, abgerufen am, 29.05.2018
Dein Hund liest Dich – immer, abgerufen am 29.05.2018
Die richtigen Zeichen senden, abgerufen am 29.05.2018